Veranstaltung „Spirituelle Räume“
Tag der unterschiedlichen Zugänge zur Spiritualität weiterlesen
„Friedensstifter“ lautet das Motto des diesjährigen Interreligiösen Gebets für den Frieden am Sonntag, 10. Mai, um 18 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kapelle (10 Chem. de la Chapelle Sainte-Croix, F-Forbach). Die zweisprachige Gebetsveranstaltung wird wieder von einer deutsch-französischen Vorbereitungsgruppe aus Christen, Juden, Muslimen und „Menschen guten Willens“ durchgeführt.
Das diesjährige Motto des Gebets soll dazu aufrufen, sich nicht von vermeintlich einfachen gewaltsamen Lösungen von Konflikten blenden zu lassen, sondern gemeinsam solidarische Wege zum Frieden zu suchen. „Solidarität bricht die Logik der Gewalt“, sind sich die Veranstalter sicher.
Es sprechen Imam Djamel Lahmar (Moschee Forbach-Wiesberg), Diakon Jean-Paul Lebau (kath. Pfarrei Forbach) und Pfarrer Tim Kahlen (Evangelisches Schulreferat Saarland). Das Gebet wird musikalisch begleitet von Naochika Sogabe (Laute und Oud). Alle Texte können in französischer und deutscher Sprache verfolgt werden.
Ursprünglich als Gebet zur Freude über das Ende des Zweiten Weltkriegs konzipiert, wurde das Interreligiöse Friedensgebet „auf der Grenze“ über die Jahre immer mehr zu einem Treffen der Begegnung, wo man sich kennen- und verstehen lernt – über Landes- und Sprachgrenzen sowie religiöse Unterschiede hinweg. In diesem Sinne lädt in diesem Jahr die Armenische Gemeinde Forbach im Vorfeld des Friedensgebets, ab 15 Uhr, zu einem Tag der offenen Tür in ihre Räumlichkeiten (Quartier Le Wiesberg, place des Tilleuls) ein.
Hintergrund: Friedensgebete „auf der Grenze“
Juden, Christen, Muslime und Menschen ‚guten Willens‘ von beiden Seiten der deutsch-französischen Grenze trafen sich erstmals am 8. Mai 1995 zu einem Friedensgebet aus Anlass der Freude über 50 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges und Befreiung vom Nazi-Regime. Der Platz vor der Chapelle Ste. Croix in Forbach wurde bewusst gewählt als vertrauter Ort, an dem viele Menschen der Region zur Ruhe kommen, Deutsche wie Franzosen. Damals wurde ein Gedenkstein aufgestellt, zur Erinnerung, zur Mahnung und Verpflichtung. In seinem Inneren ruhen über 250 Friedenswünsche, niedergeschrieben von den Teilnehmern dieses ersten Friedensgebetes. Die Resonanz war damals so groß, dass das Gebet seither jährlich wiederholt, immer um den 8. Mai herum, dazu einmalig im Herbst des Jahres 2001 als Antwort auf die Terroranschläge vom 11. September.