Duoabend in der Kreuzkirche Herrensohr
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Die Evangelische Kirche Orscholz wird entwidmet. Strukturelle Gründe und eine Kosten-Nutzen-Abwägung gaben den Ausschlag für die Entscheidung des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Mettlach-Perl zur Außerdienststellung der Kirche. Was mit dem Gelände in der Nähe der Saarschleife geschehen wird, ist derzeit noch offen.
„Der Schritt, unsere kleine Kirche mit den charmanten Gemeinderäumen aufzugeben, ist zwar ein trauriger, wirtschaftlich aber nachvollziehbar und für die Gemeindearbeit kein Verlust“, begründet Pfarrerin Andrea Zarpentin die Entscheidung des Presbyteriums. Das Gelände sei in den letzten Jahren ohnehin kaum noch genutzt worden.
Um dieses Fazit zu erklären, ist ein Blick in die kirchliche Ortsgeschichte nötig. In den 1950er-Jahren gehörte Orscholz zur Kirchengemeinde Saarburg. Damals wurde für die Gläubigen im saarländischen Teil der Gemeinde ein Gotteshaus benötigt. 1954 stellte die Kommunalgemeinde zu diesem Zweck ein Baugrundstück zur Verfügung, auf dem im März 1959 der Grundstein für die neue Kirche gelegt wurde. Nach nur 14 Monaten Bauzeit konnte die Evangelische Kirche Orscholz 1960 feierlich eingeweiht werden. Fünf Jahre später wurde der separate Glockenturm auf dem Gelände errichtet. Ein hübsches Ensemble entstand in bester Lage, nur etwa einen Kilometer vom Cloef-Atrium an der Saarschleife entfernt.
Der Standortvorteil wurde ein paar Jahre später zum Nachteil, aufgrund von strukturellen Veränderungen. Im Zuge einer kirchlichen Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre wurde Orscholz aus Saarburg ausgepfarrt und der Kirchengemeinde Mettlach im Saarland zugeschlagen. Aus Sicht der Verwaltung ein sinnvoller Schritt. Die Mettlacher Gemeinde verfügte aber bereits über eine ebenfalls noch junge Kirche, nur wenige Kilometer die Saar hinab, und war bald darauf auch für die pfarramtliche Versorgung der evangelischen Kirche in Perl zuständig.
Über die Jahrzehnte zeigte sich: Die zusätzliche Kirche in Orscholz wurde immer weniger besucht. Die Kirchengemeinde unternahm Versuche, das idyllisch gelegene Areal für weitere Nutzungsmöglichkeiten zu öffnen. In den Jahren 2004/2005 wurden Funktionsräume für Gemeindeaktivitäten integriert, die für einige Zeit intensiv genutzt wurden, aber mittelfristig keine Trendwende brachten.
Evangelische Gottesdienste finden seit mehreren Jahren auch im Reha- und Gesundheitszentrum Orscholz statt, das nur einige hundert Meter von der kleinen Kirche in der Cloefstraße entfernt liegt. „Wir brauchen die Kirche als zusätzliche Gottesdienststätte einfach nicht, hätten aber durch die Erhaltung laufende Kosten“, so Andrea Zarpentin.
Dabei habe die Kirchengemeinde auch die Gottesdienstbesucher im Blick. Die Gottesdienste im Reha-Zentrum würden auch in der Gemeinde angenommen, sagt die Pfarrerin, aber „nicht alle Patienten wären umgekehrt in der Lage zur Kirche zu kommen“.
Die Entwidmung der Evangelischen Kirche Orscholz wird in einem Abendmahlsgottesdienst am Sonntag, 23. August, begangen. Beginn ist um 10.30 Uhr in der Evangelischen Kirche Orscholz (Cloefstraße 47). Im Rahmen des Gottesdienstes werden die sakralen Gegenstände (Altarbibel, Taufschale, Abendmahlsgerät) in einer feierlichen Prozession von der Kirche zur Kapelle der Reha-Klinik gebracht, wo der Abschluss mit Abendmahl und Segen stattfinden wird.
Die Evangelische Kirchengemeinde Mettlach-Perl wird danach noch über die beiden Evangelischen Kirchen Mettlach und Perl verfügen. Zudem sind weiterhin regelmäßige Gottesdienste in der Reha-Klinik in Orscholz sowie in den Pflegeeinrichtungen der Region geplant.
Info
Die Evangelische Kirche Orscholz wurde in den Jahren 1959/60 aus buntem Sandstein nach Plänen von Baurat Vogel (Trier) errichtet und am 29. Mai 1960 in Dienst genommen. Fünf Jahre später, am Reformationstag, wurde der separate Glockenturm mit Glocken der alteingesessenen Saarburger Glockengießerei Mabilon & Co. in Dienst genommen. 2004/05 folgten eine Erweiterung des Gemeindesaals und die Schaffung von Funktionsräumen. Das ursprüngliche Harmonium der Kirche wurde 1998 durch eine Pfeifenorgel der Firma Mayer aus Heusweiler ersetzt.